BRÜCKE VON IJSSEL | HATTEM- ZWOLLE

Quist Wintermans Architekten

Projektumfang
Eine Überspannung von Deich zu Deich von ca. 925 Metern, Hauptüberspannung 150 Meter
Fertigstellung
2010
Leistungsbild
Geotechnik, System-Engineering, Entwurfsoptimierung
Auszeichnungen
Nationaler Stahlpreis (NL) 2012 in der Kategorie Brücken | Auszeichnung in der Kategorie Brückenbau durch den Ingenieurpreis des Deutschen Stahlbaues 2013

EINE ROTE LANDMARKE MIT GIGANTISCHER SPANNWEITE

 

AUFTRAG

Eisenbahnbrücken sind konstruktions- und anforderungsbedingt in der Regel massive, oft monumental erdrückend wirkende Bauwerke. Dies hat häufig zur Folge, dass die Bevölkerung einem Neubau oft sehr kritisch gegenübersteht, auch wenn die infrastrukturelle Notwendigkeit des Baus offensichtlich ist.

 

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Die Eisenbahn- und Fahrradbrücke zwischen Hattem und Zwolle jedoch ist eine ebenso auffällige wie angenehme Landmarke. Die Brücke, die von Quist Wintermans Architekten BV entworfen wurde, hat ein so schlankes Erscheinungsbild, dass es fast unmöglich scheint, dass die Züge sie sicher überqueren. Diese Wahrnehmung wird durch die größte Spannweite von nicht weniger als 150 Metern noch verstärkt. Diese ist nötig, um große Schiffe ungehindert passieren zu lassen. Ihr roter Anstrich ergibt bei schönem Wetter einen anregenden Kontrast zum blauen Himmel und grünen Boden, während die sanft geschwungene, flache Form das Bauwerk harmonisch in die flache niederländische Landschaft integriert.

 

 

HERAUSFORDERUNG

Die Brücke ist Teil der 50 Kilometer langen Eisenbahnverbindung zwischen Lelystad und Zwolle: die Hanselinie. Ein vier Meter breiter Fahrrad- und Fußgängerweg verläuft entlang der Bahnlinie. Dieser Weg wird mit Hilfe von auskragenden Auslegern am Hauptträger befestigt. Der positive Effekt ist hierbei, dass der Überweg optisch wie ein eigenständiges Bauwerk wirkt und die Brücke nicht massiger erscheinen lässt.

 

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AUSZEICHNUNG

Die Brücke ist das prämierte Design eines Design-and-Build-Wettbewerbs zwischen fünf in die engere Wahl gezogenen Arbeitsgemeinschaften. Für die Durchführung des Ausschreibungsentwurfs wurde ein Ingenieurkonsortium zwischen ABT und SSF (München) gebildet. ABT war als ProRail-anerkanntes Ingenieurbüro auch für die geotechnische Beratung, die Bewertung mittels System-Engineering und die Harmonisierung zwischen niederländischen Standards und ProRail-Richtlinien verantwortlich.

Die schlanke Form der Brücke hat nicht nur ästhetische Vorteile, sondern führte auch zu einem geringeren Materialverbrauch. Weitere „Kniffe“ der Ingenieurskunst machten die Brücke relativ wartungsarm und sorgten so für Kosteneffizienz. Im Jahr 2012 wurde die Brücke über den Fluss IJssel mit dem niederländischen  Nationalen Stahlpreis in der Kategorie Brücken ausgezeichnet und sie bekam eine Auszeichnung in der Kategorie Brückenbau durch den Ingenieurpreis des Deutschen Stahlbaues 2013.