GERICHTSGEBÄUDE | AMSTERDAM

KAAN Architecten

Projektumfang
60.000 m² BGF, 235 Mio. Euro
Fertigstellung
2020
Leistungsbild
Tragwerksplanung, Technische Ausrüstung, Bauphysik, Sicherheitstechnik, Brandschutz
Besonderheiten
DBFMO: Design Build Finance Maintain Operate

EIN GEBÄUDE  FÜR DIE HÖCHSTE STELLE DER JUSTIZ

 

Ein neues Gebäude wird für das Gericht von Amsterdam – das größte Gericht in den Niederlanden – auf dem gegenwärtigen Standort Zuidas Distrikt in Amsterdam gebaut. Das neue Gericht wird einen festen Bereich von Büroräumen haben, der speziell auf die Nutzung des Gebäudes ausgerichtet ist. Das Gebäude wird Mitte 2020 seine Pforten öffnen.

 

AUFTRAG

Im April 2016 hat die Immobilienbehörde der Niederlande das Konsortium New Amsterdam Court House (NACH) ausgewählt, um das neue Amsterdamer Gerichtsgebäude zu entwerfen, zu finanzieren, zu bauen, zu unterhalten und zu betreiben. ABT – zusammen mit Macquarie Capital, DVP, KAAN Architekten, Heijmans und Facilicom – ist Teil von NACH.

 

 

Ein vorläufiger Entwurf zeigt ein stattliches offenes Gebäude, das Mitarbeitern und Besuchern einen Blick auf die Stadt und Passanten einen flüchtigen Blick in das Gebäude gewährt. Für das NACH ist es von zentraler Bedeutung, dass die Justizverwaltung eine öffentliche Angelegenheit von höchster Wichtigkeit ist. Ein Gebäude dieser Art soll natürlich seiner Bedeutung gerecht werden, gleichzeitig dabei aber nicht einschüchternd und „bunkerartig“ wirken. Immerhin werden hier Urteile „im Nehmen des Volkes“ verkündet. Dieser Ausgangspunkt gibt dem Gebäude eine Form, die man auch als markant und zugänglich zugleich bezeichnen könnte. Der Vorplatz, die zentrale Halle im Gebäude, die Foyers und die Wartebereiche für Besucher sind eine Fortsetzung des öffentlichen Stadtraums. Besucher können gesicherte Bereiche besuchen, während Richter, Vertreter der Staatsanwaltschaft und andere Organe der Rechtspflege über eigene abgeschirmte Wege verfügen. Sicherheit ist selbstverständlich ein wichtiger Aspekt, spielt aber keine ästhetische Rolle. Auf martialische Elemente wird gänzlich verzichtet.

 

 

HERAUSFORDERUNG

ABT berät bei Konstruktion, Fundament, Montagetechniken, Bauphysik, Sicherheit und Brandschutz. Um den Implementierungsumsetzungsplan (IRP) rechtzeitig – Anfang 2017 – fertigzustellen, wurde zusammen mit NACH das Concurrent Engineering gewählt. Die NACH-Spezialisten arbeiten parallel (in BIM) und nicht nacheinander, sodass alle Spezialisten gleichzeitig – vom Gerichtssaal bis zum Büro – selbstständig arbeiten können. Die Spezialisten entwickeln die Bausteine bis ins kleinste Detail. Die fertigen Bausteine werden dann in die anderen geplanten Gerichtssäle, Büros und WC-Anlagen „kopiert“. Diese Methode war früher sehr gebräuchlich, doch die Digitalisierung hat sie obsolet gemacht. NACH erweckt diese Methode nun zu neuem Leben und kann so in Verbindung mit neuesten Methoden und Prozessen noch kosteneffizienter arbeiten.

 

 

Das NACH-Projektteam von rund hundert Personen – darunter 35 von ABT – arbeitet unter einem Dach an dem Projekt. Die LEAN-Methode gibt den Ton an. Selbstverwaltende Teams arbeiten an jedem Baustein, während ein Zielteam das Projekt als Ganzes überwacht. Innerhalb dieser Struktur können die Partner gemeinsam Entscheidungen stets zur richtigen Zeit treffen.