HOUSE OF DELFT | DELFT

KOSCHUCH Architects

Projektumfang
14.000 m² BGF
Fertigstellung
2020
Leistungsbild
Tragwerksplanung, Bauphysik, Technische Ausrüstung, Geotechnik, Baukostenmanagement, Entwurfsoptimierung

DAS ARCHITEKTONISCHE FAMILIENALBUM DER STADT

 

HOUSE OF DELFT

 

Delfts Ruf beruht zum erheblichen Teil auf den außerordentlichen Leistungen von Größen wie Antoni van Leeuwenhoek (Pionier der Lichtmikroskopie), Johannes Vermeer (berühmter Maler des Barock), Hugo de Groot (u.a. Begründer des Völkerrechts) und Reinier de Graaf (Mitbegründer der experimentellen Physiologie).
Der Architekt Frits van Dongen ehrt sie, indem er die Konturen historischer Gebäude in das Haus von Delft miteinbezieht. Sie sind Übersetzungen der ursprünglichen Häuser und Geburtshäuser dieser großen Namen in der Geschichte der Stadt. An der Spitze des Gebäudes erheben sich zwanzig Meter hohe Treppengiebel. In den Längsfassaden kommen hohe Glasfassadenanteile als Umkehrung der Delfter Häuser vor. Das Gebäude dient auch Repräsentationszwecken und stellt Reisenden, die am Delfter Hauptbahnhof ankommen, die Stadt gewissermaßen vor.

 

 

AUFTRAG

Technologie und Innovation sind zwei der wichtigen Säulen hinter der Idee des Hauses. Neben diesem öffentlichen Raum, der etwa ein Drittel der Fläche einnimmt und „Wissensarbeitern“ als Wirkungsraum dienen wird, gibt es auch attraktiven Wohnraum. Diese reichen von Landhäusern bis zu Maisonetten, Lofts, Penthäusern und klassischen Wohnungen.

Das House of Delft strahlt nicht nur Geschichte aus, sondern soll auch Teil der Geschichte werden. Es wird ein Denkmal für die Zukunft sein, ein ehrgeiziges Design mit einem hohen Grad an Veredelung. Zum Beispiel verwendet der Architekt für die Fassade farbig bedrucktes Glas, das sich auf die Delfter Häuser bezieht, aber auch auf das Delfter Blau, das berühmte Keramikdekor. Erstaunlich ist auch die Form des Komplexes: Die Längswand ist ein langgezogener Treppengiebel, der aus einer bestimmten Perspektive wie eine normale Fassade aussieht. Aber aus dem richtigen Blickwinkel betrachtet, erscheint ein realistisches Muster von Delfter-Blau-Häusern.

 

 

HERAUSFORDERUNG

Technisch gesehen ist es eine „Anamorphose“, ein verzerrtes Bild, das nur unter einer bestimmten Perspektive zum Vorschein kommt. Schließlich sind die Dimensionen des Geländes alles andere als Standard. Das Grundstück ist einhundert Meter lang und hat eine Tiefe von 15 bis 35 Metern. Das bedeutet eine große Vielfalt an Oberflächen.

 

ABT wurde für alle Ingenieurleistungen beauftragt. Obwohl für einen soliden Vorentwurf nur drei Monate Zeit zur Verfügung standen, lieferte das integrale Team von ABT fristgerecht. Neben der Konstruktion und Bauphysik waren in enger Abstimmung mit dem Architekten auch die Installationstechnik, die Geotechnik und das Baukostenmanagement an der Optimierung des Entwurfs beteiligt. Da der Komplex noch nicht definitiv eingeteilt wurde und in Zukunft flexibel bleiben soll, wurde eine einheitliche Bauweise und Installation vorgesehen. Durch die Verwendung eines klaren Rasters in der Tragstruktur und einer einzigen Art von Bodensystem ist eine flexible Interpretation möglich.