Projektumfang
1.500 m² BGF
Fertigstellung
2017
Leistungsbild
Bestandsaufnahme, Technische Ausrüstung, Bauphysik, Brandschutz, Tragwerksplanung, Baukostenmanagement
Herausforderung
Glasfassade aus gebogenem Glas
Auszeichnungen
Belgischer Stahlbauwettstreit 2012 in der Kategorie Nicht-Wohngebäude Nominierung | Beton-Preis 2011 in der Kategorie Nutzgebäude | Nominierung: Glass Award 2012

EIN LEHRBETRIEB VOLLER MODERNITÄT

AUFTRAG

Park Groot Vijversburg ist ein Landsitz aus dem 18. Jahrhundert, das seit 1892 für die Öffentlichkeit frei zugänglich ist. Das historische Landhaus wurde restauriert und die Parkfläche verdoppelt. Neben dem Landhaus wurde ein Pavillon für Besucher errichtet.

2017 wurden das neue Besucherzentrum und der Kunstpark Groot Vijversburg in Tytsjerk wiedereröffnet. Studio Maks und Junya Ishigami & Associates Co. integrierten das Zentrum komplett in die Landschaft.

 

 

 

HERAUSFORDERUNG

 

ABT unterstützte das Projekt in allen technischen Disziplinen:

 

– die Inventarisierung der historischen Villa
– die Beratung im Bereich der Installation
– die bauphysische Beratung und Brandschutzberatung
– die bautechnische Ausarbeitung der Restaurierungspläne
– die Kostenberatung.

 

Das Design des Besucher-Pavillons fasziniert auf mehreren Ebenen. Das Besucherzentrum ist ein eindrucksvolles eigenständiges Gebäude, tritt aber gleichzeitig nicht in Konkurrenz zur historischen Umgebung. Trotz des geringen Platzes wirkt die gesamte Konstruktion großzügig und keinesfalls beengt. Last, but not least fällt sofort auf, dass es keine tragenden Säulen gibt, welche die Leichtigkeit des Pavillons untergraben. Der Grundriss besteht aus einer dreieckigen zentralen Halle, deren Ecken zu langen, schmalen Korridoren verlängert wurden. Die Korridore bilden Pfade, die vom zentralen Bereich aus allmählich die Qualität des Innenraums verlieren und in eine schlichte Wand übergehen. Schließlich verschwinden sie in der  Park ähnlichen Umgebung. Die intime Atmosphäre des umschlossenen Raums geht in die Weitläufigkeit des Parks über. Die Glasfassaden spiegeln die Parklandschaft wider, sodass das Gebäude zum Park und der Park zum Gebäude wird.

 

 

Im ersten Entwurf waren noch tragende Säulen eingeplant. ABT und eine japanische Partnerfirma, waren jedoch der Meinung, dass dies nicht erforderlich sei und schlugen vor, das Dach ausschließlich von den Glaswänden tragen zu lassen.

 

Durch eine besondere konstruktive Gestaltung kommt die minimalistische japanische Architektur noch mehr zur Geltung. Im Querschnitt bestehen die Korridore und der zentrale Bereich nun lediglich aus einem Boden, zwei Glasfassaden und einem Dach. Die Glasfassade trägt das Bauwerk also ohne zusätzliche Konstruktion. ABT nutzte dabei die gewünschte architektonische Form zu seinen Gunsten. Der dreieckige Grundriss des zentralen Bereichs ist aufgrund der geschlossenen Flächen in allen Richtungen stabil. Die Glasplatten absorbieren die Windkräfte in der Fläche. Die Belastung vom Dach wird durch eine möglichst leichte Verarbeitung minimiert. Das Dach wird von zwei Punkten pro Glasplatte gestützt.

Die Korridore sind so lang, dass sie nicht mehr vom zentralen Bereich unterstützt werden können. Der Querschnitt muss daher in Art eines Tores stehen bleiben: das Glas ist im Fundament eingespannt und windsteif mit dem (Holz-)Dach verbunden. Besonderes Augenmerk wurde auf die Sicherheit gelegt. Das Glas ist in mehreren Schichten ausgeführt, um die Tragfähigkeit auch im Falle eines Bruchs zu gewährleisten. Selbst wenn eine Fassadenplatte vollständig zerbricht, stürzt das Gebäude nicht zusammen.